Freitagspredigt

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:بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يم
سُبْحَانَ الَّذ۪ٓي اَسْرٰى بِعَبْدِه۪ لَيْلًا مِنَ الْمَسْجِدِ الْحَرَامِ اِلَى الْمَسْجِدِ
.الْاَقْصَا الَّذ۪ي بَارَكْنَا حَوْلَهُ لِنُرِيَهُ مِنْ اٰيَاتِنَاۜ اِنَّهُ هُوَ السَّم۪يعُ الْبَص۪يرُ

:وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّم
(…) أَللّٰهُمَّ إِنِّى أَعُوذُ بِكَ مِنَ الْهَرَمِ وَالْحُزْنِ وَالْعَجْزِ وَالْكَسَلِ وَالْبُخْلِ

Isra und Miradsch: Heilung für die Probleme unserer Zeit
(09.01.2026)

Der Gesandte Allahs (s.a.s.) erlebte die schwersten Zeiten seiner 23-jährigen Verkündung in Mekka. Mit jeder Ausbreitung des Islams wuchs auch die Feindseligkeit der Götzendiener. Ihren grausamsten Ausdruck fand sie in dem Boykott, der im siebten Jahr seiner Prophetenschaft begann und drei Jahre andauerte. Die Muslime wurden aus dem öffentlichen Leben gedrängt, vom Handel ausgeschlossen und sozial isoliert. Hunger, Mangel und sogar der Entzug grundlegender Lebensnotwendigkeiten sollten sie brechen. Kaum waren die Wunden des Boykotts verheilt, traf den Propheten die Trauer durch zwei Ereignisse: Zuerst verlor er seine treue Ehefrau Chadidsche (r.a.), kurz darauf seinen geliebten Onkel Ebu Talib, der sein größter Unterstützer war. Trotz all dieser schweren Ereignisse gab unser Prophet nicht auf. Er ließ sich nicht entmutigen und wich nicht von seinem Weg ab. Er trug große Verantwortung, also sammelte er seine Kraft und machte sich auf den Weg nach Taif, um den Menschen dort die Wahrheit zu verkünden. Doch dort wurde er mit Steinen beworfen. Seine Schuhe füllten sich mit Blut, sein Herz mit Schmerz. Bis er jemanden fand, der ihm Schutz gewährte, war ihm selbst die Rückkehr nach Mekka verwehrt, weshalb er eine Zeit lang Zuflucht in der Höhle von Hira suchte.

In jenen Tagen tiefster Trauer, in denen der Gesandte Allahs seelischen Beistand am dringendsten brauchte, offenbarte sich der göttliche Wille unseres Schöpfers. Um unseren Propheten zu trösten und ihm zu zeigen, dass er nicht allein ist, öffnete Allah ihm die Tore zu einer einzigartigen Reise. Der Gesandte Allahs (s.a.s.) wurde von der Heiligen Moschee in Mekka (Mesdschid el-Haram) zur el-Aqsa-Moschee und von dort aus auf die Miradsch-Reise geführt. Die erste Etappe dieser Reise beschreibt der heilige Koran mit folgenden Worten: „Preis dem, der seinen Diener des Nachts von der Haram-Moschee (Kaba) zur Aqsa-Moschee reisen ließ, deren Umgebung wir gesegnet haben, um ihm unsere Zeichen zu zeigen. Er ist der Hörende, der Sehende.“1 Diese gesegnete Reise wurde zu einem erhabenen Aufstieg über die Grenzen der Erde hinaus zum Miradsch. Sie ist ein kräftiger Beweis dafür, dass Allahs Allmacht nicht an unsere begrenzten Vorstellungen von Zeit und Raum gebunden ist und dass Seine Barmherzigkeit jede Entfernung mühelos überwindet.

Liebe Geschwister! Werte Gläubige!
Heute führen Stress, Einsamkeit und geistige Erschöpfung, die das moderne Leben mit sich bringt, oft dazu, dass unsere innere Kraft schwindet und unsere Seelen müde werden. Die gesegnete Isra- und Miradsch-Reise ist ein Heilmittel für die Probleme unserer Zeit und erinnert uns an folgende wichtige Wahrheiten: Der Mensch ist in dieser Welt niemals verlassen oder allein. Denn Allah ist mit denen, die an Ihn glauben und auf Ihn vertrauen.2 Was auch immer uns auf unserem Lebensweg begegnet, wir dürfen nicht der Hoffnungslosigkeit verfallen, nicht aufgeben und nicht den Mut verlieren. Denn unser erhabener Schöpfer ist mit den Geduldigen.3 Isra und Miradsch lehren uns außerdem, dass wahre Erhabenheit nicht im Materiellen liegt, nicht in vergänglichen Positionen, Titeln oder im trügerischen Glanz der Welt. Wahre Ehre und Würde liegen allein bei Allah.4

Liebe Geschwister!
Ich möchte meine Predigt mit einem Bittgebet unseres Propheten abschließen: „Oh Allah! Ich suche Zuflucht bei Dir vor den Schwächen des Alters. Ich suche Zuflucht bei Dir vor Kummer, Hilflosigkeit und Faulheit. Ich suche Zuflucht bei Dir vor Geiz und Feigheit. Ich suche Zuflucht bei Dir vor der Last der Schulden und davor, von mächtigen Menschen unterdrückt zu werden.“5 (Amin)

Die DITIB-Predigtkommission


Quellen:
1 Koran, Isra, 17/1.
2 Koran, Enfal, 8/19.
3 Koran, Baqara, 2/153.
4 Koran, Fatir, 35/10.
5 Bukhari, Et’ime, 28.

2026-01-09    


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