Freitagspredigt

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شَهْرُ رَمَضَانَ الَّذ۪ٓي اُنْزِلَ ف۪يهِ الْقُرْاٰنُ
هُدًى لِلنَّاسِ وَبَيِّنَاتٍ مِنَ الْهُدٰى وَالْفُرْقَانِۚ
(...) فَمَنْ شَهِدَ مِنْكُمُ الشَّهْرَ فَلْيَصُمْهُۜ

:وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
يَسِّرُوا وَلاَ تُعَسِّرُوا، وَبَشِّرُوا وَلاَ تُنَفِّرُوا

Die Vorbereitung unserer Herzen
auf den Ramadan

(13.02.2026)

Geschwister! Werte Gläubige!
Der gesegnete Gast, den wir sehnsüchtig erwartet haben, steht vor unserer Tür. Nur noch wenige Tage trennen uns vom Ramadan, dem segensreichen Monat des heiligen Korans. So Allah will, werden wir am kommenden Mittwochabend das erste Terawih-Gebet verrichten und den Ramadan mit einem herzlichen „Willkommen“ begrüßen. Erstes Terawih, erstes Sahur, erste Muqabele – und am Donnerstagabend erleben wir gemeinsam die unbeschreibliche Freude des ersten Fastenbrechens, des Iftars. Möge Allah uns allen ermöglichen, diese gesegnete Zeit mit jedem Atemzug in ihrer ganzen Fülle zu genießen.

Verehrte Gläubige!
Wenn ein geliebter Gast sich ankündigt, auf dessen Begegnung wir sehnsuchtsvoll gewartet haben, erfüllt uns das mit Vorfreude. Schon Tage vorher beginnen wir mit den Vorbereitungen. Mit noch größerer Hingabe und Ehrfurcht sollten wir den Ramadan empfangen. Da nur noch wenige Tage bleiben, lade ich Sie ein, uns folgende Frage gemeinsam zu stellen: „Bin ich bereit, diesen gesegneten Gast gebührend zu empfangen?“ Können wir diese Frage noch nicht mit einem aufrichtigen „Ja“ beantworten, dann sollten wir nicht die Hoffnung verlieren.

Elhamdulillah – wir haben noch Zeit, dies nachzuholen. So nutzen wir die verbleibende Zeit und läutern unser Herz mit Dankbarkeit und Zikr, unsere Seele mit aufrichtiger Reue. Heilen wir Kränkungen durch Vergebung. Lasst uns das Eis zwischen uns mit Wärme und Aufrichtigkeit brechen. Befreien wir unser Herz von Groll und Hochmut und schmücken es mit Barmherzigkeit, Geduld und Ichlas (Aufrichtigkeit).

Geschwister!
Während wir die spirituelle Atmosphäre des Ramadans erleben, sollten wir unsere Kinder nicht außen vorlassen. Richten wir zu Hause eine liebevolle „Ramadan-Ecke“ ein. Lassen wir sie an der besonderen Stimmung des Sahur teilhaben. Auch wenn sie noch nicht verpflichtet sind zu fasten, können wir unsere Kinder behutsam an ein „Halbtagsfasten“ heranführen. So begleiten wir sie auf ihrem Weg zur Ibade (Glaubenspraxis) und lassen die Schönheit unserer Religion in ihren Herzen wachsen. Beleben wir gemeinsam mit ihnen die Moscheen – vom gemeinsamen Koran-Lesen bis zum Terawih-Gebet – und lassen wir sie diese besondere Atmosphäre spüren. Richten wir zu Hause eine „Gute-Taten-Spardose“ ein, um als Familie die Freude am Teilen und Helfen zu erfahren.

Der Ramadan ist der Monat des Fastens - doch Fasten bedeutet weit mehr, als nur auf Essen und Trinken zu verzichten. Das sollten wir auch unseren Kindern vermitteln. Der Ramadan ist der Monat, in dem der Koran herabgesandt wurde – als Rechtleitung und klarer Unterscheider zwischen Wahrheit und Unwahrheit.1 Erklären wir unseren Kindern – ihrem Alter entsprechend und verständlich– den Unterschied zwischen richtig und falsch. Lehren wir ihnen Geduld und Dankbarkeit. Vermitteln wir ihnen den Glauben, den Islam und unsere religiösen wie auch kulturellen Werte. Und vor allem: Erziehen wir sie zu Menschen mit Gewissen und Barmherzigkeit. Dabei orientieren wir uns an dem, was wir vom Gesandten Allahs (s) gelernt haben: „Erleichtert und erschwert nicht, und verkündet Gutes und schreckt nicht ab.“2

Die DITIB-Predigtkommission


Quellen:
1 Koran, Baqara, 2/185.
2 Buchari, Ilm, 11.

 

2026-02-13    


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