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2026-01-30 | Botschaft

Botschaft zur Nacht der Vergebung (Laylat al-Barā’a)

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen…

In diesen Tagen, in denen die Zeit schnell vergeht, nähern wir uns dem gesegneten Monat Ramadan, einem Monat der Barmherzigkeit und Vergebung. Am Montagabend, dem 2. Februar, werden wir gemeinsam die tiefe Freude und den Frieden erleben, die mit der Nacht der Vergebung (Laylat al-Barā’a) einhergeht, einer gesegneten Nacht, die uns die Ankunft des Ramadans verkündet und ein Tor zu Vergebung und Erlösung ist.

„Berat“ bzw. „al-Barā’a“ bedeutet im Wesentlichen, von Sünden gereinigt zu werden, sich von spirituellen Lasten zu befreien und rein hervorzugehen. Unser geliebter Prophet (Friede und Segen seien auf ihm ﷺ) hat uns mitgeteilt, dass diese einzigartige Zeitspanne eine nicht zu versäumende Gelegenheit für uns ist. Unser Ehrenwerter Gesandter der Barmherzigkeit (Friede und Segen seien auf ihm ﷺ) hat uns empfohlen, die fünfzehnte Nacht des Monats Sha'ban, der Vorbote des Ramadans, mit Gebeten zu verbringen und den Tag mit Fasten zu krönen.

Denn diese Nacht ist eine Nacht, in der die göttliche Gnade wie ein Regenschauer auf die Erde herabkommt. So wird in einer ehrenwerten Überlieferung (Hadith) verkündet, dass sich unser Herr in dieser Nacht dem irdischen Himmel zuwendet und bis zum Morgengrauen zu uns, seinen Dienern, ruft: „Gibt es niemanden, der um Vergebung bittet, damit ich ihm vergebe? Gibt es niemanden, der um Versorgung bittet, damit ich ihm Versorgung gewähre? Gibt es niemanden, der in Not ist, damit ich ihm Rettung gewähre? Gibt es niemanden, der einen anderen Wunsch hat, damit ich ihm seinen Wunsch gewähre?“1

Meine verehrten Geschwister!
Dieser göttliche Ruf ist für uns alle eine einzigartige Einladung zur Erlösung. Um der Verheißung unseres Herrn: „Gibt es niemanden, der um Vergebung bittet?“ würdig zu werden, müssen wir diese Nacht fern von Nachlässigkeit, mit Gebeten und Bitten verbringen. Aber vergessen wir nicht, dass der Weg zu Allahs Vergebung darin besteht, einander auf Erden zu vergeben, gegenseitig um Vergebung zu bitten und miteinander zu versöhnen.

In der gegenwärtigen Zeit, in der wir uns befinden, stehen Einheit, Zusammenhalt und Brüderlichkeit an erster Stelle unter den Eigenschaften, die wir als Gesellschaft am meisten benötigen. Lasst uns anlässlich dieser Nacht Zwist, Groll und Spaltung unter uns beiseitelegen. Lasst uns die Brücken der Brüderlichkeit und Freundschaft festigen. Indem wir die Rechte des anderen von nun an noch mehr beachten als zuvor. Lasst uns das Bewusstsein für das „Wir“ statt für das „Ich“ wiederbeleben.

Lasst uns in dieser gesegneten Kandil-Nacht, in der die spirituelle Begeisterung ihren Höhepunkt erreicht, gemeinsam mit unseren Familien, Kindern und Jugendlichen in unseren Moscheen, den Häusern Allahs, zusammenkommen. Schulter an Schulter in derselben Reihe; lasst uns gemeinsam die Verbeugung (Ruku'), gemeinsam die Niederwerfung (Sujud) und gemeinsam das Bittgebet (Dua) vollziehen. Lasst uns unsere Hände gen Himmel erheben, nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere unterdrückten Geschwister in anderen Regionen, für das Wohl unseres Landes und für den Frieden der gesamten Menschheit.

Lasst uns diese Nacht als einen Wendepunkt in unserem Leben betrachten. Lasst uns bemühen, nicht nur von den Beschwernissen dieser Welt befreit zu werden, sondern auch, indem wir in Richtung Glauben, Gottesdienst und gutem Charakter sowie guten Sitten leben, um am Tag des Jüngsten Gerichts vor unserem Herrn die „Urkunde der ewigen Erlösung“ zu erhalten.

Mit diesen Gefühlen und Gedanken gratuliere ich Ihnen zur gesegneten Berat-Nacht (Laylat al-Barā’a) und erbitte von unserem Erhabenen Herrn, dass diese gesegnete Nacht unseren Herzen Ruhe, unseren Häusern Segen und unserer Welt Frieden bringt und uns als Diener, die von ihren Sünden gereinigt sind, den Ramadan erreichen lässt.

 

Ramazan ILIKKAN
Bundesvorsitzender der DITIB

 


1 Ibn Madscha, Iqama, 191.