Freitagspredigt

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(…)وَهُوَ مَعَكُمْ اَيْنَ مَا كُنْتُمْۜ وَاللّٰهُ بِمَا تَعْمَلُونَ بَص۪يرٌ.

وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ:

كَفَى بِالْمَرْءِ إِثْمًا أَنْ يُحَدِّثَ بِكُلِّ مَا سَمِعَ

Die muslimische Persönlichkeit in der digitalen Welt und die Ethik der Social-Media-Nutzung

(10.04.2026)

 

Meine Geschwister! Werte Gläubige!

Der Islam ist eine vollkommene Lebensordnung, die uns in jedem Augenblick ein Wegweiser ist. Unser Glaube setzt uns moralische Maßstäbe und Grenzen – nicht nur im physischen Alltag, sondern ebenso in der digitalen Welt und den sozialen Medien. Allah erinnert uns im Koran mit den Worten: „Wo immer ihr auch seid – Allah ist mit euch. Und Allah sieht, was ihr tut.“ [1] Das bedeutet: Wir stehen nicht nur in der realen Welt, sondern auch im digitalen Raum unter Allahs Aufsicht. Unsere Aufgabe ist es daher, soziale Medien mit Respekt gegenüber der Würde und den Rechten unserer Mitmenschen zu nutzen. Ein Muslim geht keiner Information nach, für die es keine gesicherten Belege gibt,[2] und hält sich von sinnlosen Beschäftigungen fern, die keinen Nutzen bringen.[3] Niemals darf er durch die Hilfe der künstlichen Intelligenz oder digitaler Manipulationen täuschen, nur um mehr „Likes“ oder Follower zu bekommen.

Liebe Geschwister!

Wir sollten weder diejenigen sein, die andere täuschen, noch diejenigen, die sich leichtfertig täuschen lassen. Wir sollten Menschen sein, bei denen sich andere sicher sein können, dass weder von ihren Taten noch von ihren Worten Gefahr ausgeht. Selbst wenn wir Kritik üben, dürfen wir die Gerechtigkeit nicht verlieren und niemanden durch herablassende Äußerungen kränken. Unser Prophet (s) warnt uns: „Es genügt einem Menschen als Lüge, alles weiterzuerzählen, was er hört.[4]  Wir sollten diese Warnung ernst nehmen und keine Inhalte teilen, deren Wahrheitsgehalt wir nicht überprüft haben. Selbst wenn eine Information wahr ist, sollten wir uns fragen: „Hat es einen Nutzen für die Menschheit, wenn ich das jetzt verbreite?“ Wir müssen im Internet mit unserem Namen und unserem Charakter für Glaubwürdigkeit stehen. Es ist nicht rechtens, sich hinter anonymen Profilen oder Nicknamen zu verstecken, um Unruhe zu stiften. Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit sind Prinzipien, von denen wir niemals abweichen dürfen. Wir sollten uns immer bewusst sein: Jede Spur, die wir digital hinterlassen, wird in unserem „Buch der Taten“ vermerkt. Eines Tages werden wir dafür Rechenschaft ablegen müssen.

Werte Muslime!

Ein weiterer entscheidender Aspekt der Medienethik ist der Schutz der Privatsphäre und das Vermeiden von Selbstdarstellung. Der Islam verbietet es, in der Privatsphäre anderer zu schnüffeln,[5] untersagt es aber ebenso, sein eigenes Privatleben zur Schau zu stellen.[6] Unsere Wohnungen, unser Familienleben und unsere Speisen sind private Angelegenheiten. Ein Foto, das wir vielleicht völlig unschuldig posten, kann Mitmenschen, die weniger besitzen, traurig machen oder verärgern. Zudem können solche Einblicke von böswilligen Personen missbraucht werden, um uns oder unseren Liebsten zu schaden.

Werte Gläubige!

Lassen wir uns nicht von der glitzernden Fassade der virtuellen Welt blenden und vergessen wir dabei nicht unser eigentliches Ziel: das Jenseits. Die enorme Energie, die wir aufwenden, um unser Social-Media-Profil zu verschönern, sollten wir lieber investieren, um unser Buch der Taten für das Jenseits zu verbessern.

Möge Allah uns zu aufrichtigen Dienern machen, bei denen Wort und Tat übereinstimmen. Möge Er uns, unsere Kinder und unser Zuhause vor den Fallen der digitalen Welt und dem Unheil böswilliger Menschen bewahren. (Amin)

 

[1] Hadid, 57/4.

[2] İsra, 17/36.

[3] Muminun, 23/3.

[4] Ebu Dawud, Edeb, 80.

[5] Hudschurat, 49/12.

[6] Hudschurat, 49/12.

2026-04-10    


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