Freitagspredigt

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Teile deine Opfergabe, nähere dich deinen Geschwistern!
(01.07.2022)

Verehrte Muslime!

Seit dem Tag ihrer Erschaffung hat die Menschheit nach verschiedenen Wegen und Mitteln gesucht, um ihrem Schöpfer näher zu kommen. Während einige Menschen ihr Eigentum und ihr Leben aufopfern, widmen sich andere dem Gottesdienst, um mit ihrem Herrn beisammen zu sein. Unsere edle Religion, der Islam, sieht verschiedene Formen des Gottesdienstes vor, um den Diener Allah näher zu bringen. Gottesdienste wie das Pflichtgebet, Fasten und die Pilgerfahrt, gehören zu den wichtigsten Gottesdiensten. Der Opfergottesdienst ist allerdings eine andere Form des Gebets, das den Gläubigen auf seiner Reise, Allah näher zu kommen, an den Gipfel führt. Eine Person, die den Opfergottesdienst nur deshalb ausführt, weil es der Befehl ihres Herrn ist, drückt aus, dass sie sogar ihr Leben auf dem Weg Allahs aufopfern kann, wenn es nötig ist.

Verehrte Geschwister!

So lässt uns der Koran wissen, dass Allah auf das Herz und die Taten, nicht aber auf die Gestalt und den Reichtum der Menschen schaut: “Niemals erreicht ihr Fleisch und ihr Blut Allah, jedoch erreicht ihn eure Frömmigkeit. Also hat er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah dafür preist, dass er euch leitete; und verkündige den Rechtschaffenen Freude.”1 Und in einem seiner Hadise betonte unser geliebter Prophet (saw) die Bedeutung dieses Gottesdienstes wie folgt: “Keine Handlung des Menschen ist Allah in den Tagen des Opferfestes so lieb wie das Darbringen eines Opfertieres für Allah.”2

Verehrte Gläubige!

Der Opfergottesdienst ist ein Gebet, das nicht nur den Diener, also uns Menschen, Allah näher bringt, sondern auch Reiche und Arme, Nachbarn, Verwandte, Freunde, alle Menschen ob nah oder fern verbindet und die Seelen miteindander vereint.

Insofern ist der Opfergottesdienst eine universelle Hilfs- und Solidaritätsaktion. Der Opfergottesdienst ist eine Möglichkeit, ein Geschwisterteil für unsere hungrigen und bedürftigen Brüder und Schwestern zu sein, die in fernen Ländern wohnen, von denen wir noch nicht einmal gehört haben; die wir noch nie gesehen oder getroffen haben. Der Opfergottesdienst bedeutet, unseren Geschwistern näher zu kommen, die tausende von Kilometern entfernt von uns sind, sich zu vereinen, kurz gesagt, eine Ummah zu werden, wenn es nötig ist.

Der Opfergottesdienst bedeutet, abgelegene Orte zu erreichen, in denen Armut und Katastrophen erlebt werden. Der Opfergottesdienst bedeutet ferner, die physischen Entfernungen und Grenzen zu überwinden, die Probleme unserer Geschwister zu teilen und ihnen ein Licht der Hoffnung zu sein.

Verehrte Geschwister!

Wie in den vergangenen Jahren wiederholen wir auch dieses Jahr unseren Aufruf, um Regionen zu erreichen, in denen Armut und Elend weit verbreitet sind, und vor allem, um unseren fernen Brüdern und Schwestern näher zu kommen und sagen: "Teile deine Opfergabe, nähere dich deinen Geschwistern!" Wir verfolgen akribisch die anvertrauten Opfergaben jedes unserer Geschwister, die ihre Gaben gespendet haben und unserem Ruf freundlich nachkommen. Wir haben bereits alle Vorkehrungen getroffen, um die Opfergottesdienste nach religiösen Riten zu erfüllen, wobei die Namen der Spender einzeln verlesen werden. Die Opferungen werden durch unsere freiwilligen Unterstützer vorgenommen und das Opferfleisch wird an Bedürftige verteilt. So werden tausende unserer Brüder und Schwestern in 150 Ländern der Erde wieder lächeln, hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und glücklich sein im Bewusstsein, Geschwister zu haben, die an sie denken und für sie da sind.

Lassen Sie uns daher mit unseren Spenden ermöglichen, das aus Ferne Nähe, und dass aus Hunger Sattheit entsteht. Lassen Sie uns das Gebet der Unterdrückten und Obdachlosen, sowie die Hoffnung der Waisen sein. Kommen Sie, und lassen Sie uns auch dieses Jahr mit unseren Opfergaben das Essen auf dem Tisch der Armen sein. Lassen Sie uns mit unserem Reichtum, unserem Besitz, unseren Gebeten und unserer moralischen Unterstützung ein Ende bereiten für die Sehnsucht unserer Geschwister, die auf ihre muslimische Geschwister warten.

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

1 Koran, Hadsch, 22/37.
2 at-Tirmidhi, Adahi, 1; Ibn-i Madscha, Adahi, 3.

 

2022-07-01    


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