Freitagspredigt

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Familie sein
(11.06.2021)

 

Werte Muslime!

Sahih al-Bukhari, ein der wertvollsten Werke, worin die segensreichen Worte des Gesandten Allahs (s) gesammelt sind, beginnt mit dem folgenden Hadis: “Die Taten werden gemäß der Absicht gewertet.”1 Schließlich ist die Absicht eine Waage der Akzeptanz von Taten. Das, was unser Gebet von einer physischen Aktivität oder unsere Pilgerfahrt (Hadsch) von einer touristischen Reise zu einem Gottesdienst macht und transformiert, ist die Absicht. Die Absicht ist sowohl ein Anfang als auch ein Resultat. Das eheliche und familiäre Leben ist auch so. Im edlen Koran wird die Trauung (Nikah) als eine Verbindung der Liebe und Barmherzigkeit bezeichnet.2 Auch die Ehe beginnt mit einer aufrichtigen Absicht sowie mit guten und schönen Empfindungen. So sollte die Ehe auch fortgeführt werden.

Schließlich ist die Familie diejenige Institution, die den Menschen gegenseitig am meisten Rechte zuerkennt. Aus diesem Grunde lud der Gesandte Allahs (s) seine Gemeinschaft ein, sensibel zu den Rechten innerhalb der Familie zu sein. Er erinnerte die Ehepartner und Individuen, die die Familie bilden, ständig an ihre Rechte und Verantwortungen gegenüber einander. Der Prophet (s) sagte: „Der Vollkommenste der Gläubigen aus Sicht des Glaubens ist derjenige, der aus ethisch moralischer Sicht der Beste ist und seine Familie fürsorglich und sanft behandelt.“3 Auch hierzu bildete der Prophet (s) selbst das beste Vorbild.

Werte Gläubige!

In dem auf Genüsse und Tempo fokussierten Leben des modernen Zeitalters gibt es alles, jedoch kein Wohlergehen in den Häusern. Hierbei sollte man nach zwei großen Werten jagen, als ob man nach einem verschollenen Schatz suchen würde. Diese sind Gerechtigkeit und Güte (Ihsan). An diese Werte werden wir jeden Freitag während der Rezitation der edlen Verse4 nach der Freitagspredigt ständig erinnert. Freundliche Worte, ein lächelndes Gesicht, Loyalität, Treue, Opferbereitschaft und Barmherzigkeit nähren sich stets von der Güte (Ihsan). Der Wille, das Wohlwollen Allahs zu erlangen, nährt wiederum die Empfindung der Güte (Ihsan). Ist das nicht unser einziges Ziel und unsere eigentliche Absicht? Wem nutzt es folglich, wenn wir in der rechthaberischen Bemühung bei den kleinsten Diskussionen die Oberhand zu gewinnen? Wem nutzt es, unsere Ehepartner, mit denen wir unsere Zeit, unsere Lebensorte und Schicksale teilen, zu kränken und wir uns damit zum Teufel einreihen? Wer ist der Gewinner bei diesen Diskussionen, während unser Ego hierbei als Sieger hervortritt wir gleichzeitig unser familiäres Wohlbefinden und unser Paradies verlieren?

Lassen sie uns als Muslime – Frauen und Männer alle gemeinsam – dafür bemühen im Bewusstsein des Einsatzes für die gemeinsame Sache, Schulter an Schulter gemeinsam handeln. Lassen sie uns mit freien Stücken und freiem Willen, einer aufrichtigen Absicht, Weisheit und des Wissens um die Realität bestückt, uns für Freundschaft einsetzen anstatt für Konflikte. Schließlich werden lediglich diejenigen, die mit diesem Bewusstsein auf ihrem Wege fortschreiten, die Zukunft, eine sichere und glückliche Gesellschaft aufbauen können.

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

1 al-Bukhari, Bad’ul-Wahy, 1.                                                                                   
2 Rûm, 21/21.                                                                                                                 
3 Ahmad b. Hanbal, Musnad, II/250.
4 Koran, an-Nahl, 16/90.

 

2021-06-11    


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