
﷽
اِنَّ رَبَّكَ یَبْسُطُ الرِّزْقَ لِمَنْ یَشَٓاءُ وَیَقْدِرُؕ اِنَّهُ كَانَ بِعِبَادِهٖ خَبٖیرًا بَصٖیرًاࣖ
:وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
إِيَّاكُمْ وَالْحَسَدَ فَإِنَّ الْحَسَدَ يَأْكُلُ الْحَسَنَاتِ كَمَا تَأْكُلُ النَّارُ الْحَطَبَ
Neid
(30.10.2026)
Liebe Geschwister! Werte Gläubige!
Der Mensch wird nicht nur anhand dessen geprüft, was er besitzt, sondern auch anhand seiner Haltung gegenüber dem, was ihm fehlt. Auch die Gefühle, die wir angesichts der göttlichen Gaben empfinden, die anderen zuteilwerden, sind Teil dieser Prüfung. Tatsächlich erklärt Allah der Erhabene: „Dein Herr weitet die Versorgung aus, wem Er will, und schränkt sie ein, wem Er will.“1 und macht damit deutlich, dass Er die Gaben in unterschiedlichem Maße zuteilt. Der Gläubige akzeptiert diese Verteilung und hütet sich vor dem Neid, der bedeutet, dass man einem anderen den Verlust seiner Gaben wünscht.
Werte Geschwister!
Neid führt dazu, dass der Mensch seine eigenen Gaben übersieht, sich auf das konzentriert, was andere besitzen, und sich an deren Glück stört. Dieses Gefühl, das den inneren Frieden raubt, schadet mit der Zeit den Beziehungen innerhalb der Familie und im Freundeskreis und kann zu Verletzungen und Feindschaft zwischen Menschen führen. So waren die Brüder des Propheten Yusuf (as) eifersüchtig auf die Liebe und Zuneigung, die ihr Vater ihm entgegenbrachte und dieses Gefühl brachte sie schließlich dazu, Yusuf (as) in einen Brunnen zu werfen. Ihr Neid führte damit zu einer jahrelangen Trennung innerhalb der Familie und verursachte großes Leid.
Neid schadet auch der Spiritualität des Menschen. Unser Prophet Muhammed (s) warnte uns davor mit den Worten: „Hütet euch vor Neid! Denn Neid verzehrt die guten Taten, so wie Feuer das Holz verzehrt.“2 Lasst uns daher gemeinsam daran erinnern, wie wir unsere Herzen vor diesem schlechten Gefühl schützen können.
Verehrte Muslime!
Wenn Neid in uns aufkommt, sollten wir bei Allah Zuflucht suchen, Ihn um Hilfe und Vergebung bitten.3 Anschließend sollten wir uns die Gaben vor Augen führen, mit denen Allah uns beschenkt hat, ihren Wert erkennen und an diejenigen denken, die über weniger weltliche Möglichkeiten verfügen. Denn unser Prophet (s) rät uns, auch an diejenigen zu denken, denen es in weltlicher Hinsicht schlechter geht, wenn wir Menschen begegnen, die besser gestellt sind als wir.4
Wenn wir sehen, dass einem unserer Geschwister eine Gabe zuteilgeworden ist, sollten wir uns für ihn freuen und ihm diese Gabe von Herzen gönnen. Zugleich dürfen wir uns wünschen, selbst eine ähnliche Gabe zu erhalten. Dieses Gönnen, diese Bewunderung schenkt unserem Herzen Ruhe und Weite und trägt dazu bei, dass auch in unserem Umfeld Frieden herrscht. Vergessen wir nicht: Wenn wir uns über die Gaben anderer freuen, werden unsere eigenen Gaben dadurch nicht weniger. Denn die Gaben Allahs sind unerschöpflich und reichen für alle aus.
Möge Allah uns zu den Dienern machen, die Seinen Segnungen dankbar sind, sich über das Glück ihrer Geschwister freuen und ihre Herzen vor Neid bewahren. Amin.
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Isra, 17/30.
2 Ebu Dawud, Edeb, 44; Ibn Madsche, Zuhd, 22.
3 Taberani, el-Mudschemu’l-kebir, III, 228.
4 Buchari, Riqaq, 30.