
2025-10-16 | Pressemitteilung
Köln, 16.10.2025. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des UIP-Programms fand im DITIB-Bundesverband eine Klausurtagung statt, bei der ca. 200 islamische Religionsbeauftragte aus ganz Deutschland zusammenkamen.
Das UIP-Projekt (Internationale islamische Theologie) wurde im Jahr 2006 ins Leben gerufen, um den Bedarf an deutschsprachigen islamischen Religionsbeauftragten in DITIB-Moscheen zu decken. Seit seiner Gründung bietet das Programm ein qualitativ hochwertiges Theologiestudium an den renommiertesten theologischen Fakultäten in der Türkei an. Angehende Theologen und Religionsbeauftragte erlernen hier ein tiefgründiges und reflektiertes Verständnis des Islam.
Die ersten Absolventen gab es bereits im Jahr 2010. Mit dieser soliden theoretischen Basis und der zweijährigen DITIB-internen praktischen Ausbildung in Dahlem repräsentierten sie ein neues Profil als Religionsbeauftragte, deren Aufgaben weit über das Vorbeten hinausgehen. Sie sind die ersten Ansprechpartner, wenn es um seelsorgerische Betreuung, deutsche Predigten oder interreligiösen Dialog geht. Islamische Religionsbeauftragte, die dieses Programm absolviert haben, werden somit dem Wandel in der deutschen Gesellschaft gerecht und verstehen es, Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen und aus mehreren Altersgruppen gleichermaßen zu erreichen.
In seiner Begrüßungsrede hob der Vorsitzende des DITIB-Bundesverbands, Ramazan Ilıkkan, das Alleinstellungsmerkmal des UIP-Programms mit folgenden Worten hervor:
„Das UIP-Programm hat eine Mission, die über die Zweisprachigkeit der Religionsbeauftragten hinausgeht. Es verbindet zwei sehr wichtige Aspekte miteinander, die zusammen ein gewinnbringendes Profil für die Muslime in Deutschland hervorbringen: die reiche und tiefgründige theologische Tradition der Türkei und die Beheimatung in Deutschland. Dies war der Ansatz bei der Gründung dieses Programms, und wir tragen jetzt die Früchte in Form von aufrichtigen und kompetenten Religionsbeauftragten in unseren Moscheen, die ihr fundiertes Wissen aus dem Theologiestudium mit der Zweisprachigkeit verbinden.“
Das Programm wurde mit mehreren interaktiven Panels, Umfragen und Vorträgen fortgesetzt, in denen die Geschichte, der Ist-Zustand und die Zukunft des UIP-Programms sowie die Rolle der Religionsbeauftragten aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert wurden. Die Teilnehmer der Veranstaltung stellen das neue Profil in den DITIB-Moscheen dar. Als neue Generation islamischer Theologen werden sie das muslimische Leben in Deutschland maßgeblich mitgestalten.