
وَفِي الْاَرْضِ اٰيَاتٌ لِلْمُوقِن۪ينَۙ. وَف۪ٓي اَنْفُسِكُمْۜ اَفَلَا تُبْصِرُونَ
وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ:
تَرَكْتُ فِيكُمْ أَمْرَيْنِ لَنْ تَضِلُّوا مَا تَمَسَّكْتُمْ بِهِمَا كِتَابَ اللَّهِ وَسُنَّةَ نَبِيِّهِ
Koran und Sunna: der Frühling unseres Herzens
Alles Lob gebührt unserem Erhabenen Schöpfer, Der alles aus dem Nichts erschaffen und uns nach dem Winter den Frühling geschenkt hat.
Werte Gläubige! Die Jahreszeiten sind nicht nur Übergänge von einer Zeitspanne zur anderen. Vielmehr sind sie Zeichen für die Existenz, die Allmacht und die einzigartige Schöpfung Allahs. Mit folgenden Worten weist uns Allah auf die Wichtigkeit hin, über die Welt und unsere eigene Schöpfung nachzudenken: „Und auf der Erde sind Zeichen für die fest Glaubenden, und in euch selber – seht ihr denn nicht?“[1] Denn dieses Nachdenken bringt uns Allah näher, stärkt unseren Glauben und macht uns zu bewussteren Dienern. Es kann einen solchen Zustand erreichen, dass wir in jedem Schritt und in allem, was wir betrachten, die Werke Allahs erkennen. So lasst uns gemeinsam über die Frühlingszeit nachdenken.
Verehrte Muslime! Der Frühling erinnert uns an die Wiederauferstehung. Einer der Gefährten, Ebu Rezin el-Uqayli (r.a.), fragte unseren geliebten Propheten (s): „O Gesandter Allahs! Wie erweckt Allah die Geschöpfe wieder zum Leben?“ Darauf antwortete unser geliebter Prophet (s): „Hast du noch nie ein ausgetrocknetes Tal gesehen, das später wieder grün wurde? So erweckt Allah auch die Toten wieder zum Leben.“[2] Ja, die Erde, die im Winter auskühlt und manchmal sogar gefriert, erwacht mit der Frühlingssonne zu neuem Leben. Sie wird wärmer, fruchtbarer und beginnt zu sprießen. Die Nächte werden kürzer, die Tage länger, und unsere Umgebung wird lebendig. Die Welt nimmt ein farbenfrohes Erscheinungsbild an; Zugvögel kehren zurück, Schmetterlinge und Bienen zeigen sich wieder. So beobachten wir gewissermaßen eine Auferstehung.
Werte Gemeinde! Nachdem wir über unsere äußere Welt nachgedacht haben, wollen wir uns nun unserer inneren Welt zuwenden. Wie unser Prophet (s) sagt, gibt es in unserem Körper ein Stück Fleisch, das den ganzen Körper beeinflusst: Ist es gut, so ist der ganze Körper gut. Dieses Stück Fleisch ist unser Herz.[3] So wie die Erde im Frühling wieder zum Leben erwacht und sich Grün kleidet, braucht auch unser Herz einen Frühling. Denn mit der Zeit nehmen die alltäglichen Verpflichtungen zu, das Leben vergeht, und unser Herz verhärtet sich, verliert sein Ziel und wendet sich in eine falsche Richtung. Unachtsamkeit umhüllt uns, und wir lassen uns vom Strom des weltlichen Lebens mitreißen. Unsere Glaubenspraxen verhelfen uns nicht zur inneren Ruhe, und auch die weltlichen Vergnügungen füllen unser Herz nicht. Wir leben zwar, aber wirklich glücklich sind wir nicht. Soll ich euch also mitteilen, was unser Herz aus diesem Zustand befreien und wiederbeleben kann?
Geehrte Muslime! Gewiss ist es Allah, der unser Herz wiederbelebt. Was unserem Herzen Ruhe, Gelassenheit und Frieden schenkt, ist der Koran, den Allah uns durch unseren geliebten Propheten (s) gesandt hat. So fordert uns Allah im Koran auf, dem lebensspendenden Ruf Allahs und dem Seines Gesandten zu folgen.[4] Halten wir also fest am Koran, den unser Prophet (s) uns hinterlassen hat, und an der Sunna, die den Koran in die Praxis umsetzt.[5] Halten wir daran fest, damit unser Herz zum Zeitpunkt der Wiederauferstehung lebendig und auf dem rechten Weg ist.
Ich möchte meine Predigt mit einem Bittgebet beenden, das wir von unserem Propheten (s) gelernt haben: „O Allah! Bei all Deinen Namen, die nur Du kennst, wünsche ich, dass Du den Koran zum Frühling meines Herzens, zum Licht meines Herzens, zum Vertreiber meiner Trauer und zum Entferner meiner Sorgen machst!”[6] Amin, welhamdulillahi rabbilalemin.
Die DITIB-Predigtkommission
[1] Zariyat, 51/20-21.
[2] Musned, XXVI, 16196.
[3] Buchari, Iman, 39.
[4] Enfal, 8/24.
[5] Muwatta, Qader, 3.
[6] Musned, VI, 3712.
[1] Zariyat, 51/20-21.
[2] Musned, XXVI, 16196.
[3] Buchari, Iman, 39.
[4] Enfal, 8/24.
[5] Muwatta, Qader, 3.
[6] Musned, VI, 3712.