
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يم:
اِنَّٓا اَنْزَلْـنَٓا اِلَيْكَ الْكِتَابَ بِالْحَقِّ فَاعْبُدِ اللّٰهَ مُخْلِصاً لَهُ الدّ۪ينَۜ.
وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّم:
إِنَّمَا الأَعْمَالُ بِالنِّيَّةِ، وَإِنَّمَا لاِمْرِئٍ مَا نَوَى(...)
Die Taten sind nach den Absichten zu beurteilen
(02.01.2026)
Mit all seinen Höhen und Tiefen liegt das Jahr 2025 nun hinter uns. Wir bitten Allah, dass Er das Jahr 2026 noch segensreicher macht als das vergangene. Möge Er es zu einem Jahr werden lassen, in dem Barmherzigkeit wächst, Gerechtigkeit verwirklicht wird und Frieden einkehrt - besonders in den Regionen, in denen Menschen unter Unterdrückung leiden.
Liebe Geschwister! Werte Gläubige!
Wenn wir in ein neues Jahr eintreten, gehört es zu den wichtigsten Aufgaben, innezuhalten, unser Herz zu prüfen und unsere Absichten zu hinterfragen. Unser Prophet (s.a.s.) hat uns gelehrt, dass Taten ihren Wert nach den Absichten erhalten und dass jeder Mensch nur das bekommt, was er beabsichtigt hat.[1] Die Absicht ist wie die Qibla (Gebetsrichtung) des Herzens; sie ist die innere Ausrichtung. Absicht bedeutet, eine Tat bewusst zu verrichten; wissend, was man tut und warum man es tut. In diesem Sinne geht es bei der Absicht weniger darum, „was“ wir tun, sondern vielmehr darum, „warum“ wir es tun. Eine kleine Tat kann durch eine aufrichtige Absicht zu etwas Großem werden, während eine scheinbar große Tat durch eine falsche Absicht ihren Wert verlieren kann. Der Gesandte Allahs (s.a.s.) berichtet, dass Allah zu den Engeln, die mit der Aufzeichnung der Taten der Menschen betraut sind, spricht: „Wenn Mein Diener eine gute Tat beabsichtigt, sie aber nicht ausführt, so schreibe Ich ihm dafür eine gute Tat. Führt er sie aus, so schreibe Ich ihm dafür zehn- bis siebenhundertfachen Lohn. Wenn Mein Diener eine schlechte Tat beabsichtigt und davon ablässt, so schreibe Ich sie ihm nicht als Sünde an. Begeht er sie jedoch, so schreibe Ich ihm dafür eine einzige Sünde.“[2]
Verehrte Gläubige!
Derjenige, dessen zwei Tage einander gleichen, befindet sich im Verlust. Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, stehen zu bleiben. Wir sind dazu berufen, diese Welt sowohl materiell als auch geistig und spirituell mitzugestalten. Deshalb sollten wir den Wert unserer Zeit erkennen und sie bewusst nutzen.
Liebe Geschwister!
Beim Beginn des Jahres 2026 sollten wir uns nicht nur mit weltlichen Zukunftsplänen beschäftigen. Wir sollten auch auf unser vergangenes Leben zurückblicken und uns fragen, wie wir die Zeit genutzt haben, die Allah uns geschenkt hat. Denn am Tage der Abrechnung werden wir nicht gefragt, „wie lange“ wir gelebt haben, sondern „wie“ wir unser Leben geführt haben.[3]
Liebe Geschwister!
Lasst uns auch den gesegneten Monat Radschab, in dem wir uns befinden, als Chance ergreifen, unsere Absichten zu erneuern. Nehmen wir uns vor, Allah aufrichtig und voller Hingabe zu dienen.[4] Nehmen wir uns vor, alles, was wir tun, um Allahs Wohlgefallen willen zu tun. Nehmen wir uns vor, niemanden zu verletzen und keine Herzen zu brechen. Nehmen wir uns vor, in Wort und Tat ehrlich zu sein, das Recht zu wahren und gerecht zu handeln. Nehmen wir uns vor, die Älteren zu respektieren und den Jüngeren mit Barmherzigkeit zu begegnen. Nehmen wir uns vor, sensibel mit den Rechten anderer umzugehen, vergebend zu sein und Fehler nicht ständig vorzuhalten. Nehmen wir uns vor, geduldig zu bleiben und in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben. Nehmen wir uns vor, ein bescheidenes Leben ohne Prahlerei zu führen, dankbar für das zu sein, was wir haben, und unseren Lebensunterhalt auf erlaubte Weise zu verdienen. Nehmen wir uns vor, das Gute zu gebieten und vom Schlechten abzuhalten. Nehmen wir uns vor, ein verantwortungsbewusstes und achtsames Leben zu führen.
Werte Gemeinde!
Mögen unsere Absichten gut sein, möge unser Ende und unser Ausgang gut sein. Möge der Monat Radschab uns Segen bringen. Möge unser Freitag gesegnet sein!
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Die DİTİB-Predigtkommission
[1] Bukhari, Badu’l-Wahiyy, 1; Muslim, Imara, 155.
[2] Muslim, Iman, 204.
[3] Tirmidhi, Sifatu’l-Qiyama, 1.
[4] Koran, Zumer, 39/2.