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2026-07-01 | Pressemitteilung

17 Jahre nach dem Mord an Marwa El-Sherbini: Muslimfeindlichkeit endlich ernst nehmen

Am 1. Juli 2009 wurde Marwa El-Sherbini nach einer Gerichtsverhandlung im Landgericht Dresden auf grausame Weise von einem rechtsextremen Täter ermordet. Möge Allah ihrer Seele gnädig sein und ihr einen hohen Rang im Paradies gewähren. Dass diese grausame Tat im Anschluss an ein Verfahren geschah, das auf dem antimuslimischen Hass des Täters beruhte, und trotz deutlicher Warnsignale keine ausreichenden Schutzmaßnahmen ergriffen wurden, verdeutlicht, wie sehr Hass und Diskriminierung gegenüber Musliminnen und Muslimen in staatlichen Institutionen und Behörden damals unterschätzt wurden.

Eine solche Tat hätte eine gesellschaftliche und politische Zäsur darstellen müssen und umfassende Maßnahmen zum Schutz von Musliminnen und Muslimen nach sich ziehen sollen. Doch auch 17 Jahre nach diesem schrecklichen Mord, der aus tiefem Hass gegenüber Muslimen begangen wurde, müssen wir feststellen, dass die Bekämpfung des antimuslimischen Rassismus trotz weiterer schwerer rechtsextremistischer und rassistischer Gewalttaten – etwa in Hanau oder Solingen – noch immer nicht das notwendige Maß an Aufmerksamkeit und Entschlossenheit erfährt. Wenn politische Akteure den Begriff des antimuslimischen Rassismus leugnen oder relativieren und zugleich die Zahl der Übergriffe auf Moscheen sowie die Diskriminierung muslimischer und muslimisch gelesener Menschen zunimmt, wie zuletzt auch der Bericht der CLAIM-Allianz erneut bestätigt hat, erfüllt uns dies mit großer Sorge um die Zukunft des muslimischen Lebens in Deutschland.

Der DITIB Bundesverband appelliert daher eindringlich an die Politik, antimuslimischen Rassismus als ernsthafte gesellschaftliche Herausforderung anzuerkennen und wirksame sowie nachhaltige Maßnahmen zu seinem Schutz und seiner Bekämpfung zu ergreifen. Die Handlungsempfehlungen des 2023 veröffentlichten Berichts des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit bieten hierfür eine wichtige Grundlage und sollten von der Politik konsequent umgesetzt werden.

Möge die Erinnerung an Marwa El-Sherbini uns Mahnung und Verpflichtung zugleich sein, niemals zu schweigen, wenn Menschen aufgrund ihres Glaubens ausgegrenzt, diskriminiert oder angegriffen werden. Der Schutz der Menschenwürde, der Religionsfreiheit und des friedlichen Zusammenlebens bleiben eine gemeinsame Verantwortung von Staat und Gesellschaft.