
﷽
يَٓا اَيُّهَا الَّذٖينَ اٰمَنُوا ادْخُلُوا فِي السِّلْمِ كَٓافَّةًۖ وَلَا تَتَّبِعُوا خُطُوَاتِ الشَّيْطَانِۜ اِنَّهُ لَكُمْ عَدُوٌّ مُبٖينٌ
وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ:
أَفْشُوا السَّلامَ بيْنَكُمْ
Ethik des Zusammenlebens und Weltfrieden
(14.08.2026)
Werte Gläubige!
Im islamischen Denken bedeutet Frieden, dass Menschen in Gerechtigkeit, innerem Frieden, Sicherheit und gegenseitigem Respekt miteinander leben. Wo Frieden herrscht, wird die Würde des Menschen bewahrt. Wo Frieden herrscht, hat das Gute die Oberhand.
Den gesellschaftlichen Frieden zu gewährleisten, ist unsere gemeinsame Verantwortung. So spricht Allah: „Gläubige! Tretet allesamt in den Frieden ein…“1 Diesem Aufruf zu folgen und selbst Menschen des Friedens zu sein, sollte unser grundlegendes Ziel sein. Denn gesellschaftlicher Frieden breitet sich vom Einzelnen auf die Gesellschaft aus.
Werte Geschwister!
Hören wir auf das Gebot Allahs zur Wertschätzung und zum Respekt gegenüber den Menschen: „Menschen! Wir haben euch aus einem Mann und einer Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt…“2 Betrachten wir daher Unterschiede nicht als Anlass für Spaltung und Konflikte, sondern als eine Bereicherung, die uns ermöglicht, einander kennenzulernen. Folgen wir dem Hadis unseres Propheten (s) und schaden niemandem: „Es darf weder Schaden zugefügt noch Schaden mit Schaden erwidert werden.“3
Werte Gläubige!
Ein Gläubiger hütet sich vor Ungerechtigkeit, wahrt Gerechtigkeit, tut Gutes und hilft Bedürftigen. Er verbreitet den Friedensgruß,4 handelt wahrhaftig und hält sich an die Regeln, die den gesellschaftlichen Frieden wahren. All dies trägt dazu bei, dass Vertrauen und gegenseitiger Respekt unter den Menschen wachsen. Wo Vertrauen und Respekt eine Gesellschaft prägen, festigen sich auch gesellschaftliche Harmonie und Frieden.
Liebe Muslime!
Das schönste Beispiel dafür, wie gesellschaftlicher Frieden geschaffen werden kann, finden wir beim edlen Propheten (s). Trotz all des Leids, das von den Götzendienern ausging, entschied sich unser geliebter Prophet (s) bei der Eroberung Mekkas nicht für Bestrafung, sondern für Vergebung. Er sagte: „Ich sage zu euch, wie Yusuf es sagte: ‚Heute gibt es keinen Tadel gegen euch. Möge Allah euch vergeben. Er ist der Barmherzigste der Barmherzigen.‘“5 Damit zeigte er, dass Vergebung keine Schwäche, sondern eine höchste Form moralischer Reife und der schönste Weg ist, Herzen zu gewinnen. Denn Vergebung beendet gegenseitige Verletzungen und öffnet den Weg zum Frieden unter den Menschen.
Werte Muslime!
Lasst uns, angefangen bei unserer Familie, dazu beitragen, Frieden und Sicherheit in unserem Umfeld und in der Gesellschaft, in der wir leben, zu stärken. Lasst uns anstelle von Hass die Liebe, anstelle von Zorn die Barmherzigkeit, anstelle von Bestrafung die Vergebung und anstelle von Ausgrenzung die allgemein anerkannten Werte verbreiten, in denen die Menschen miteinander übereinstimmen. Lasst uns sowohl in unserer Gesellschaft als auch in der ganzen Welt Botschafter des Friedens sein.
Ich möchte meine Predigt mit folgendem Bittgebet beenden:
O Allah! Schenke unseren Herzen Ruhe und unserer Gesellschaft und der gesamten Menschheit Frieden. Mache uns zu Dienern, die vergeben, Barmherzigkeit üben und Frieden verbreiten. Amin!
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Baqara, 2/208.
2 Hudschurat, 49/13.
3 Ibn Madsche, Ahkam, 17.
4 Muslim, Iman, 93.
5 Yusuf, 12/92; Beyhaqi, Sunen el-Kubra, IX, 195.