Freitagspredigt

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“Unsere Welt hat Sehnsucht nach Wohl und Frieden”
(11.03.2022)

Meine Geschwister! Verehrte Gläubige!

Die islamische Religion ist eine Friedensreligion. Im Zentrum des Islam befindet sich Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Toleranz. Islam hat die wörtliche Bedeutung “Versöhnung, Frieden und Hingabe”. Der Hauptzweck des Islams ist es, Güte, Wohl und Frieden auf der Welt herrschend zu machen.

Der erhabene Schöpfer pflanzte das Potential in den Menschen ein, Gut und Böse zu sein.1 Allah gewährte uns einen Freiraum um zu prüfen, wer von uns gute Taten vollbringen wird.2 Diejenigen, die die guten Saatkörner in ihrem Wesen bewässern und aufkeimen lassen, wurden zu Segen und Barmherzigkeit für ihr Umfeld; Diejenigen, die die bösen Saatkörner in ihrem Wesen bewässern und aufkeimen lassen, verwandeln unsere schöne Welt zu einem Ort, der nicht mehr bewohnbar ist. Konflikte, Besatzungen und Kriege brachten zu keiner Zeit Wohl für die Menschheit; Diese haben lediglich Blut, Tränen und zerstörte Städte hinterlassen. Der zuletzt in der Ukraine ausgebrochene Krieg hat erneut Bilder auf die Tagesordnung der Welt gebracht, die wir bereits dutzend- und hundertfach gesehen haben; Es hat dazu geführt, dass wieder dunkle Wolken über die Zukunft der Menschheit kreisen. Wieder wurden unschuldige und betroffene Millionen von Menschen, Frauen, Männern und Kindern gezwungen, inmitten kaltblütiger Konflikte einen Lebenskampf darzubieten.

Verehrte Gläubige!

Im Wesenskern der Religionen s Islams ist nicht das Töten von Menschen, sondern das Beleben von Menschen. Leben, Vermögen sowie die Ehre des Menschen sind nämlich unantastbar.3 Gemäß unserem Glauben ist das Töten eines Menschen gleichwertig damit, die ganze Menschheit zu vernichten; Das Leben eines Menschen zu bewahren ist gleichwertig damit, die ganze Menschheit zu bewahren.4

Meine Geschwister!

In diesen schwierigen und bedrückenden Zeiten sind wir als Menschheit mehr denn je auf Einheit, Eintracht und Solidarität angewiesen. Kommen sie und lassen sie uns Bittgebete formulieren für die nassgeweinten Kinder unserer großen Menschheitsfamilie und für die Unterdrückten, deren Herzen verwundet sind und die zur Flucht aus ihrem Land getrieben wurden; lassen sie uns Bittgebete formulieren für die 51 unschuldigen Opfer des Angriffs in Neuseeland vom 15. März 2019, die ihr Leben gelassen haben:

Als Kinder Adams (s) sind wir alle Geschwister voneinander.5 Wir atmen dieselbe Luft ein; Wir schauen auf denselben Sternenhimmel; Wir werden mit derselben Sonne erhellt und mit demselben Regen durchnässt - auch wenn wir auf unterschiedlichen Kontinenten, in unterschiedlichen Ländern und in verschiedenen geographischen Regionen leben. Wir durchlaufen als Menschheit einen Prozess, worin wir mehr denn je auf Einheit, Eintracht und Solidarität angewiesen sind. Lassen sie uns in diesen schwierigen und bedrückenden Tagen gemeinsam folgendes sagen: “Nein zu Krieg! Ja zum Frieden!” Lassen sie uns die Unterdrückten nicht nachfragen zu ihrer Religion, Ethnie oder ihrem Geschlecht. Lassen sie uns die Unschuldigen nicht nachfragen zu ihrem Land, Volk oder Heimatort. Lassen sie uns Bittgebete sein für die Unterdrückten, deren Herzen verwundet sind, und die nassgeweinten Kinder der großen Menschheitsfamilie, die zur Flucht aus ihrem Land getrieben wurden.

Gib uns Kraft zum Willen und zur Solidarität, unsere Welt zu einem Ort des Friedens zu überführen, o Allah. Vereine erneut die Familien, die aufgrund des Krieges voneinander getrennt wurden, o Allah. Wir bitten darum, dass nicht Böses und Anstiftung zum Aufruhr, sondern Güte und Barmherzigkeit herrschend sein möge; gewähre, o Allah.

Werte Gläubige!

An diesen Tagen, wo wir die Mitte der segensreichen drei Monate erreichen, bringt uns jeder weitere Tag einen Schritt näher zum Ramadan. Am 17. März, in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag werden wir die Nacht der Schuldvergebung (Lailat al-Baraa) begehen. Wir werden eine unvergleichliche Gelegenheit erhalten, um uns zu befreien von jeglichen Lasten, die die Seele bedrücken; von jeglichen Fehlern, die den Menschen kränken; sowie von jeglichem unangemessenen Bösen, die unserem Schöpfungszweck und dem Wohlwollen unseres Schöpfers zuwiderlaufen.

Aus diesem Anlass gratuliere ich ihnen zu dieser Nacht. Möge uns der erhabene Allah als Diener, die von den Lasten ihrer Sünden befreit sowie von ihren Schulden freigesprochen wurden, den Ramadan erlangen lassen.

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

1 Koran, asch-Schams, 91/8.                                       
2 Koran, al-Mulk, 67/2.  
3 al-Muslim, Hadsch 19.                                    
4 Koran, al-Maida 5/32.
5 Abu Dawud, Edeb, 110-111.

2022-03-11    


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