
2026-08-19 | Botschaft
In tiefer Trauer haben wir vom Tod unseres langjährigen Wegbegleiters, Wegbereiters und Freundes Dr. Fritz Schramma, unseres ehemaligen Oberbürgermeisters der Stadt Köln, erfahren.
Er war ein Oberbürgermeister aller Bürgerinnen und Bürger – insbesondere auch der muslimischen Gemeinschaft. Er war einer der Ersten, der sich öffentlich für die Musliminnen und Muslime seiner Stadt einsetzte und ihnen stets mit Respekt, Offenheit und aufrichtigem Interesse begegnete.
Er ging den Weg des Dialogs, des gegenseitigen Respekts und des Miteinanders. Damit hat Fritz Schramma als Visionär nicht nur in Köln, sondern weit darüber hinaus wichtige Impulse gesetzt. Sein vielleicht sichtbarstes Vermächtnis in diesem Zusammenhang war der Bau der Kölner Zentralmoschee. Was zunächst ein gesellschaftlicher und politischer Zankapfel war, reichte in seiner Bedeutung weit über die Grenzen Kölns hinaus. Mit der ‚kölschen Lösung‘ gelang es uns, gemeinsam einen Weg zu finden, der in dieser Zeit keineswegs selbstverständlich war – einen Weg, der von Dialog, gegenseitigem Respekt und dem Willen zum gemeinsamen Miteinander geprägt war.
Auch nach seiner aktiven politischen Zeit blieb er uns ein verlässlicher Freund und ein gern gesehener Gast bei zahlreichen Anlässen. Seine Verbundenheit mit den Menschen und seine Nähe zu unserer Gemeinschaft waren dabei stets spürbar.
Uns werden die vielen Gespräche mit ihm in Erinnerung bleiben – geprägt von Engagement und Leidenschaft, meist im gegenseitigen Einvernehmen, aber manchmal auch von leidenschaftlichen Diskussionen und unterschiedlichen Standpunkten, die es zu überwinden galt. Und gerade darin zeigte sich seine besondere menschliche Stärke: Er war bereit zuzuhören, andere Perspektiven ernst zu nehmen und auch dort Brücken zu bauen, wo die Gräben tief erschienen.
Er wird uns als ein herausragender Stadtvater in tiefer Erinnerung bleiben, der das Wohl der gesamten Stadt im Blick hatte und dabei insbesondere jene Menschen und Gemeinschaften nicht aus den Augen verlor, die allzu oft übersehen oder nur am Rande wahrgenommen wurden.
Er war ein großer Politiker des Handelns und ein noch größerer Mensch des Verbindens.
Er verstand es, Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche Menschen zusammenzuführen und aus schwierigen Situationen Wege in eine gemeinsame Zukunft zu finden. Sein politisches Wirken war geprägt von der Überzeugung, dass eine Stadt dann stark ist, wenn alle Menschen ihren Platz in ihr finden.
Wir verlieren mit ihm einen großartigen Menschen, der unserer Gemeinschaft verbunden war, einen Weggefährten und vor allem einen Freund. Sein Wirken, seine Offenheit und seine menschliche Art werden uns in dankbarer Erinnerung bleiben. Wir werden seine menschliche Wärme und Offenheit ebenso vermissen wie seinen Rat und seine Freundschaft.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen, der Stadt Köln und allen Menschen, die ihm nahestanden.
In aufrichtiger Anteilnahme
Im Namen des gesamten DITIB-Verbandes