
2026-03-18 | Botschaft
Unserem Erhabenen Herrn sei unendlicher Dank, dass Er uns durch das Klima der Barmherzigkeit und Vergebung des „Sultans der elf Monate“, des Ramadan, hindurchgeführt und uns den inneren Frieden eines neuen Festes hat erreichen lassen.
Verehrte Geschwister!
Religiöse Hochfeste sind besondere Zeiten, in denen Verstimmungen durch Zuneigung geheilt werden, unser gesellschaftlicher Zusammenhalt seinen Höhepunkt erreicht und gläubige Herzen in derselben Gebetsrichtung (Kibla) zu einem einzigen Herzen werden. Für uns sind die Freuden der Hochfeste in dieser Welt nicht bloß eine vergängliche Heiterkeit. Sie sind irdische Widerspiegelungen jenes unendlichen Festes, das wir in unserem ewigen Zuhause, dem Jenseits, erleben werden.
Während wir auf der einen Seite diese Freude empfinden, tragen wir jedoch in der anderen Hälfte unseres Herzens eine tiefe Trauer. Denn wir können das Leid der Unterdrückten nicht ignorieren, die in verschiedenen Teilen der Welt unter Krieg, Besatzung und Ungerechtigkeit ums Überleben kämpfen. Wir wissen, dass es auf Erden viele Regionen gibt, in denen vom Fest nur noch der Name geblieben ist – Landstriche, die sich nach Frieden und Geborgenheit sehnen.
Ja, es gibt heute so viele Waisen und bedürftige Kinder, die die unschuldige Freude des Festes nicht kosten können, die sich nach einem Festtagsbonbon, nach einem warmen Lächeln sehnen. Es gibt Mütter und Väter mit geneigtem Haupt, die ihr Kind am Festmorgen nicht in die Arme schließen können; es gibt hilflose Menschen, deren Heim zerstört, deren Heimat verloren ist. Doch wir wissen auch: Wo Glaube ist, da ist auch Möglichkeit. Wie glücklich sind wir, dass es Sie gibt, die Sie an der Seite des Guten Schulter an Schulter stehen – und dass es unsere Türkisch Islamische Union gibt, die diese Brücken der Güte errichtet!
Gottlob haben wir auch in diesem Ramadan nicht nur unsere eigenen Tische, sondern die entlegensten Winkel unserer Herzenslandschaft erfreut und erhellt. Anlässlich des Monats Ramadan haben wir Ihre Sadaqatu´l-Fitr, Zakat, Sadaqa und Ihre sonstigen Spenden, sehr geehrte Wohltäter, an die Bedürftigen und Unterdrückten auf der Erde weitergeleitet und dabei einmal mehr tiefgreifend verstanden und erkannt, dass religiöse Hochfeste nicht nur eine individuelle Freude sind, sondern auch eine universelle Brücke der Barmherzigkeit, die Leiden teilt und Wunden heilt. Als DITIB-Familie haben wir versucht, mit den uns anvertrauten Spenden ein berechtigtes Gefühl des Glücks zu erfahren, indem wir Hoffnung für die Bedürftigen in aller Welt waren, Segen auf die Tische unserer Geschwister in den Krisengebieten und Trost in ihre traurigen Herzen brachten. Mit Ihrer Unterstützung wurden wir zum Lächeln auf den Gesichtern der Waisen und zum lebensspendenden Wasser in vertrockneten Böden.
Verehrte Geschwister,
der Ramadan war eine einzigartige Schule, die uns lehrte, unserem Willen Herr zu sein, unsere Kraft, schädliche Gewohnheiten ablegen zu können, und unser Ego (das Nafs) vor Übeln zu schützen. Die wahre Kunst besteht darin, das Gelernte nach dem Abschluss dieser Schule auf ein ganzes Leben auszudehnen. Das Rezitieren des Heiligen Koran im Ramadan, das Mehr an Gebeten, die helfenden Hände, die wir den Armen und Bedürftigen reichten, und die Bande der Familie, die wir an den Iftar-Tafeln knüpften und stärkten – all diese Schönheiten sollten wir mitnehmen in die übrigen Monate des Jahres. Lasst uns aus Anlass dieses Festes unbedingt mit unseren Ältesten, die unsere Häuser mit ihrer Anwesenheit segnen, das Fest begehen, ihre gesegneten Hände küssen und ihre Segenswünsche einholen. Lasst uns fernen Verwandten, nach denen wir uns sehnen, die wir aber nicht besuchen können, unbedingt anrufen, um ihr Herz zu erfreuen und all‘ unsere Lieben den vereinenden Geist des Festes spüren zu lassen. Nutzen wir insbesondere die Gelegenheit, dass der zweite und dritte Festtag auf ein Wochenende fallen, als wertvolle Chance, um mit unserer Familie ein erfülltes und friedvolles Fest zu verbringen, füreinander ein Segen zu sein und voneinander Segenswünsche zu empfangen.
Unsere Religion erwartet von uns keine auf einen Monat beschränkte, saisonale Frömmigkeit, sondern eine Ausrichtung, die sich über das gesamte Leben erstreckt – im Bewusstsein des Wortes: „Und diene deinem Herrn, bis der Tod (die Gewissheit) zu dir kommt!“1
In diesem Bewusstsein gratuliere ich allen, insbesondere unseren Gemeinden, die unsere Bewegung des Guten unterstützen, und der gesamten islamischen Welt zum Ramadan-Fest. Möge der uns anvertraute Geist des Ramadan uns ein Leben lang begleiten. Möge Frieden die Erde umhüllen, Segen in unseren Häusern einkehren und Herzensruhe uns alle erfüllen.
Ramazan ILIKKAN
DITIB-Bundesvorsitzender
[1] Al-Hidschr, 15/99.