Freitagspredigt

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Rassismus ist ein Übel
(19.03.2021)

 

Werte Gläubige!

Die geschichtliche Erfahrung hat der Menschheit ein sehr wichtiges Werturteil gelehrt: Rassismus ist ein Übel. Zu denken, dass ein Mensch aufgrund seiner Bluteigenschaften, Hautfarbe, und Sprache besser als seine Mitmeinschen sei, ist nichts anderes als eine krankhafte Verwirrung und ein Irrweg nach den Wertmaßstäben der Gerechtigkeit, Vernunft und Ethik sowie eine Persönlichkeitsstörung.

Doch trotz dieser grundlegenden Wahrheit ist es eine Realität, dass von Zeit zu Zeit manche Individuen und Gesellschaften solche krankhaften Verwirrungen erleiden. Rassismus entwickelt sich aufgrund von der Wirkung von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen. Rassismus hat in der Geschichte zu vielen Tragödien, Massakern und Katastrophen geführt. Die Prüfung der Menschheit mit rassistischen Ausgrenzungspraktiken läuft immer noch weiter als ob von diesen großen Katastrophen keine Lehren gezogen wären - so wie es der Dichter Mehmet Akif zum Ausdruck bringt: „Die Geschichte wird als „Wiederholung“ definiert. Gäbe es denn eine Wiederholung, wenn je Lehren daraus gezogen wären!“

Jedoch ist das Urteil des erhabenen Korans klar: Unsere Unterschiede sind segensreiche Zeichen der unendlichen Macht und Kunst des erhabenen Allahs.1 Auch das Urteil des erhabenen Propheten der Barmherzigkeit für die Welten ist klar: Rassismus ist verflucht und unter unseren Füßen. Auch das Urteil der Geschichte ist klar: Rassismus ist eine Katastrophe, ein Massaker und Mord. Auch das fundamentale Prinzip der universalen Ethik ist klar: Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu!

Meine werten Geschwister!

Ist es nicht ein Übergriff und eine Schändung gegen das eigene Wohl und seinen eigenen Frieden, dass der Mensch die Menschen hasst anstatt sie zu lieben sowohl rassistisch und ausgrenzend handelt anstatt zusammenzuleben? Ist es nicht ein großes Paradox, dass sich der Mensch zu Handlungen, die ihn zur eigenen Verarmung, Vereinsamung sowie zu einem Leben in Monotonie und Eintönigkeit verdammt, wobei die Verschiedenheit und Unterschiedlichkeit Wille2 des erhabenen Allahs ist?

Ohne unsere Worte weiter in die Länge zu ziehen, beenden wir unsere Freitagspredigt indem wir das Wort unserem geliebten Propheten Muhammed Mustafa (s) überlassen. In einer seiner Ansprachen sagte er der Menschheit folgendes bevor er sich vom Leben verabschiedete: “O Menschen! Euer Herr ist Einer. Auch euer Vater ist einer. Ihr alle seid Kinder Adams und Adam ist aus Erde. So wie der Araber keinen Vorzug über Nicht-Arabern hat; hat der Nichtaraber keinen Vorzug über Arabern; Ebenso hat die Person mit roter Hautfarbe keinen Vorzug über jemandem mit schwarzer Hautfarbe. Auch hat die Person mit schwarzer Hautfarbe keinen Vorzug über jemanden mit roter Hautfarbe. Der Vorzug ist lediglich bei der Gottesehrfurcht. (Taqwa).”3

Aus diesem Anlass verurteile ich nochmals den Terrorangriff, der vor 2 Jahren in Neuseeland verübt wurde und auf das Leben von 51 unschuldigen Menschen abgesehen hat. Ich wünsche vom erhabenen Allah, dass Er seine Gnade über uns und Hilfe für uns nicht versagen möge.

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

1 Koran, ar-Rum, 30/22.                                                                 
2 Koran, Hud, 11/118.
3 Ahmed b. Hanbal, V, 411.

 

 

2021-03-19    


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