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2016-06-09 | Pressemeldung

Gebetsräume an Universitäten: Wieviel Religion verkraftet unsere Öffentlichkeit!

Der DITIB-Bundesverband Köln veranstaltete am 31.05.2016 in den Räumlichkeiten der DITIB-Zentralmoschee eine Podiumsdiskussion über die Schließung der Gebetsräume und Räume der Stille an den Universitäten.

Zu dieser Diskussion, die durch Taner Yüksel (Leiter der DITIB-Akademie) moderiert wurde, wurden entsprechende Gesprächspartner eingeladen: Prof. Dr. Klaus von Stosch (Leiter des Institutes für Katholische Theologie), Dr. Patrick Honecker (Dezernent und Sprecher der Uni zu Köln), Eren Güvercin (Journalist und freier Autor), Hatice Durmaz (Vorsitzende der RAMSA) und Erwin Kress (Vorsitzender des Humanistischen Verbandes NRW).

 

Nach kurzer Einleitung in die Podiumsdiskussion mit einem Statement des DITIB-Bundesjugendverbandes kamen die teilnehmenden Diskutanten zu Wort. Im Wesentlichen war man grundsätzlich der Auffassung, dass Räume der Stille an Hochschulen existieren sollten. Diese hingegen sollten ohne jegliche Ausgrenzung einen Jeden gleichermaßen ansprechen.

So bekräftigte Prof. Klaus von Stosch, dass es an der Uni Paderborn schon seit fünf Jahren einen Raum der Stille gibt, der mit Sorgfalt und Rücksicht besucht wird. Hatice Durmaz räumte ein, dass diese Räume an Universitäten durchaus vorhanden sein sollten und jene, die solche Räume nicht nach der vereinbarten Nutzungsordnung besuchen, ein Hausverbot erteilt bekommen. Nur so könne man Missverständnisse und Nachteile, die für alle Beteiligte entstehen, vermeiden. Dr. Patrick Honecker stellte fest, dass der momentan geplante und bald zu eröffnende Raum der Stille an der Universität zu Köln auch mit einer bestimmten Nutzungsordnung eine gewisse Absicherung und Systematik in der Nutzung erlangen wird. Erwin Kress war der Überzeugung und voller Zuversicht, dass eben diese Räume, die an unterschiedlichen Universitäten geschlossen wurden, erneut entstehen könnten.

Ob nun spirituelles Bedürfnis, innere Einkehr oder Entschleunigung – dieser Bedarf verschwindet nicht durch die Schließung von Räumen. Dass mit aktiver Kommunikation, Gespräche mit allen Beteiligten und Mitarbeit muslimischer Studentengruppen Konflikte vermeidbar seien, stellte sich als Konsens heraus.

Das Programm, über das der Deutschlandfunk (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/06/01/dlf_20160601_1437_6a69cfee.mp3),  der WDR (http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-diesseits-von-eden/index.html) und die Katholische Nachrichtenagentur (https://cds.kna.de/dzNewsDaten/webnews/kwn09/urn_newsml_kna.de_20130101_160601-89-00061-2.html) berichteten, fand seitens der Studierenden und anderen Gästen große Resonanz.

Das Programm schloss mit einer Fragerunde und der Möglichkeit zu weiteren persönlichen Gesprächen mit einem Imbiss ab.