Freitagspredigt

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Hochzeiten als ein Teil unserer Kultur
(01.02.2019)

 

Meine geehrten Geschwister!

Abdullah b. Masud erzählt folgendes: Eines Tages waren wir mit einer Gruppe von Jugendlichen bei dem Gesandten Allahs (s). Der Gesandte Allahs wies auf die Bedeutung der Ehe hin indem er sagte: “O Jugendliche! Wer von euch die Möglichkeit dazu hat, soll heiraten. Denn die Ehe bewahrt die Person vom Anblick des Unerlaubten und vom Verfall in Sünde.”

Meine verehrten Geschwister!

Der erste Schritt und ein Teil unserer Kultur ist die Praxis des gegenseitigen Versprechens für die Ehe und die Verlobung. Es ist festzustellen, dass auch zur Zeit des Propheten (s) eine ähnliche Praxis vorhanden war.

Aber es darf nicht vergessen werden, dass das Versprechen und die Verlobung kein Zusammenleben wie die Ehe darstellen, sondern lediglich eine Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen beider Seiten bieten. Das Versprechen und die Verlobung sind eine Vorbereitung die Ehe. Bis zur Eheschließung und bis zur Hochzeit bieten sie für beide Seiten der Ehe eine Chance, die Gegenseite innerhalb einer bestimmten Zeit kennenzulernen. In diesem Sinne stellen sie ein Versprechen für die Eheschließung dar. So wie die Verlobung keinen Zwang für die Trauung (Nikah) mit sich bringt, ergeben sich auch aus der Verlobung keine Rechte und keine Legitimation wie bei einer Trauung. Das heißt, aus der Verlobung oder der Versprechung leiten sich keine Rechte und keine Legitimation zum Zusammenleben wie bei der Ehe ab.

Werte Gläubige!

Die Hochzeit ist einer der wichtigsten Tage und Wendepunkte im Leben der Menschen. Deshalb sollte die Ehe nicht heimlich geschlossen werden. Vielmehr sind eine Bekanntmachung der Hochzeit und eine legitime Durchführung der Eheschließung besonders wichtig. Daher wurde die Hochzeit in der Geschichte seitens der Menschen, durchweg als sehr wichtig erachtet und auf schönste Weise begangen. Aus der Überlieferung unseres Propheten (s): “Der Unterschied zwischen einer unerlaubten (Haram) Beziehung und einer erlaubten Beziehung (Nikah) ist (die Bekanntmachung durch) die Rahmentrommel und der Liedgesang.”, wird die Empfehlung deutlich, dass die Hochzeit in der Gesellschaft durch eine festliche Begehung bekanntgemacht werden sollte.

Schließlich hat der Gesandte Allahs (s) zugelassen, dass die Hochzeiten in einer Atmosphäre der Festlichkeit und Freude stattfinden. Er hat es zugelassen, dass die Menschen sich vergnüge, mit der Rahmentrommel spielen, Lieder singen, ein Festessen angeboten wird und Süßigkeiten über der Braut ausgeschüttet werden. Er ermahnte sogar Personen, die nachlässig zu diesem Thema handelt und forderte diese auf, die Hochzeit gebührend durchzuführen. Jedoch hat er unangebrachte Traditionen, die aus der Kultur der Unwissenheit (Dschahiliyya) entsprangen, aufgehoben. Alkoholgenuss, maßlose Vergnügung, sowie Aktivitäten zwischen Männern und Frauen, die die Grenzen überschreiten, wurden seitens unseres Propheten verboten.

Meine Geschwister!

Wir als diejenigen, die in Europa den Islam repräsentieren, sollten uns bei den  Hochzeiten unserer Jugendlichen, die unsere Zukunft sind, davon fernhalten, gegen den Geist des Islams gerichtete Dinge zu machen, verbotene Speisen und Getränke zu uns zu nehmen, anstandswidrige Kleidungen zu tragen und anstößige Vergnügungsweisen aufzuzeigen. Auch sollten wir uns davor bewahren, die Nachbarschaft, Umgebung und Gesellschaft zu stören. Wir sollten die Eheschließungen erleichtern. Begierde, Zuschaustellung und Angeberei, aufgrund des gesellschaftlichen Druckes müssen vermieden werden. Wir sollten keine extremen und unnötigen Kosten verursachen, uns gegenseitig keine Schulden aufbürden und uns gegenseitig nicht mit Mühsal drangsalieren. Wir sollten unseren Kindern vermitteln wie wichtig es ist, mitfühlend, respektvoll, opferbereit und selbstlos, gerecht und bescheiden zu sein um das Wohl und den Fortbestand der neu gegründeten Familie zu gewährleisten. Wir sollten uns dafür einsetzen, dass ihre Ehe ein ganzes Leben lang fortdauert. Um Scheidungen, die in der letzten Jahren zum Übel geworden sind, zu verhindern, sollten wir unsere Kinder daran erinnern, dass sie Probleme mit Geduld begegnen sollten anstatt mit Wut und Zorn. Sie dürfen nicht vergessen, dass gemäß dem Koran die Probleme innerhalb der Ehe von Vertrauenspersonen beider Seiten gelöst werden können.

Ich beende meine Freitagspredigt mit der Übersetzung des Verses, den ich eingangs rezitiert habe: „Unser Herr, gib uns an unseren Gattinnen und Kindern Augentrost und mache uns für die Gottesfürchtigen zu Vorbildern.“ Amin!

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

‎1 Koran, al-Furkan, 25/74

2019-02-01    


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