Freitagspredigt

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Neujahr und Auswanderung (Hidschra)
(15.09.2017)

 

Geehrte Geschwister!

Wir sind froh, dass wir als islamische Gemeinschaft ein weiteres islamisches Neujahr erreichen. Die Auswanderung (Hidschra) ist für die Muslime ein Wendepunkt, der neue Wege eröffnet hat. Zur Zeit des Kalifen Omar wurde der islamische Hidschri-Kalender auf Vorschlag des späteren Kalifen Ali eingeführt. Aus diesem Anlass möchte ich euch zum Neuen Jahr, das am kommenden Donnerstag beginnt, alles Gute wünschen. Ich bitte Allah (c.c.) darum, dass das Jahr 1439  der Hidschra der Islamischen Welt und der ganzen Menschheit Gutes bringt.

Bekanntermaßen waren unser geliebte Prophet und die Muslime der Anfangszeit, als sich der Islam in der Mekkanischen Periode zu verbreiten begann, unter ständigem Druck. Sie waren einem sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Boykott ausgesetzt. Die ersten Muslime sind nach Abessinien und später nach Medina ausgewandert. Unser Prophet und seine Gefährten waren gezwungen, sich von ihrem geliebten Geburtsort Mekka und der Kaaba zu trennen.

Geehrte Geschwister!

Die Auswanderung war, so wie es der Prophet (s.a.v.) aus seiner Erfahrung her ausdrückte, eine mühsame Angelegenheit. Es war ein Opfer, dem nicht jeder ohne weiteres gewachsen war. Die Muslime hatten, nur um frei ihre Religion ausleben zu können, alles in Mekka zurückgelassen und waren an einen fremden Ort ausgewandert. Ihnen ging es weder um ein bequemes Leben, noch um Reichtum, den sie an diesem Ort erwarteten. Gott aber verkündete als Lohn für dieses um seiner Willen erbrachte Opfer folgendes: „Und wer auswandert auf Allahs Weg, wird auf der Erde manche Zuflucht und Hilfsmittel finden. Und wer sein Haus verlässt und zu Allah und seinem Gesandten auswandert, und der Tod ereilt ihn dann, so findet er seinen Lohn bei Allah. Allah ist verzeihend und barmherzig.“

Verehrte Gläubige!

Diese Auswanderung war eine Prüfung für den Glauben der Muslime. Es war das wichtigste Ereignis bei der Übermittlung des Islam an die Menschheit. Nach dreizehn Jahren in Mekka war die Auswanderung ein Wendepunkt für die Zukunft des Islam. Sie war ein Neuanfang für die Muslime. Darüber hinaus ist eine Auswanderung aus geistiger Sicht ein dynamisches Ereignis. So gesehen haben wir auch heute eine Situation der Auswanderung. Doch bei dieser Auswanderung geht es nicht nur darum, einen neuen Wohnort und eine neue Heimat zu finden. Es geht darum, immer nach dem noch besseren, dem schöneren zu streben und den Islam noch aufrichtiger zu leben. Mit Auswanderung – Hidschra – bezeichnen wir also solch eine Reise. Wie der Prophet Abraham sagte, sind wir alle unterwegs zu unserem Herrn. Wir befinden uns alle auf dem Weg vom vergänglichen Diesseits zum ewigen Jenseits, der wahren Welt. Diese Auswanderung bedeutet, so wie es unser geliebte Prophet (s.a.v.) ausdrückte, das Abwenden von dem, was Allah untersagt hat.

Wohl denen, die auswandern!

Wohl denen, die den Geist der Auswanderung in sich tragen!

DITIB Predigt-Kommission

 

[1] Nisâ, 4/100.
[2] Ankebût, 29/26.
[3] Buhârî, İmân 4.

2017-09-15    


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