Freitagspredigt

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Mutter – Vater: Zwei Tore des Paradieses
(04.08.2017)


Verehrte Gläubige!

Der Mensch ist vom erhabenen Allah als das ehrenwerteste Wesen mit wichtigen Aufgaben und Verantwortungen erschaffen worden. Am wichtigsten hierbei ist der Dienst an Allah und die Güte gegenüber der Mutter und dem Vater.

Unsere erhabene Religion, der Islam, gebietet uns zunächst, das Wohlwollen der Mutter und des Vaters zu erwerben, damit das Wohlwollen Allahs erlangt werden kann.1 Das Wohlwollen der Eltern zu erwerben, ist dadurch möglich, sie und ihre Herzen zu erfreuen, ihnen zu dienen, ihren Rat und ihre Empfehlungen einzuhalten, sie respektvoll zu behandeln, ihren Willen und ihre Wünsche umzusetzen, sie nicht zu kränken und vorhandene Bedürfnisse zu decken. Zu diesem Thema gebietet Allah, der Erhabene, in dem am Anfang meiner Predigt rezitierten edlen Vers: “Und dein Herr hat bestimmt, dass ihr nur Ihm dienen und zu den Eltern gütig sein sollt. Wenn nun einer von ihnen oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sag nicht zu ihnen: „Pfui!“ und fahre sie nicht an, sondern sag zu ihnen ehrerbietige Worte.”2

Meine verehrten Geschwister!

Heutzutage begegnen wir oft verlassenen und weinenden Müttern und Vätern, die in die Einsamkeit gedrängt und mit ihren Strapazen alleine gelassen wurden. Dieses durch Tränen, Frustration und Einsamkeit entstehende Bild verwundet unsere Herzen zutiefst. Die Existenz der Mutter und des Vaters ist nicht als Drangsal anzusehen, sondern als eine Gelegenheit um Segen zu erlangen. Unsere Eltern sind unsere Zufriedenheit, unser Glück und unser größter Reichtum. Wir dürfen ihre Existenz nicht als Last, sondern sollten sie als Gabe ansehen. Lassen sie uns unsere Mütter und Väter respektieren, damit auch unsere Kinder Respekt gegenüber uns erweisen. Schließlich hat unser Prophet (s) gesagt: “Wer möchte, dass sich sein Leben verlängert und die geschenkten Gaben reichlicher werden, soll seiner Mutter und seinem Vater gegenüber gütig sein und die Beziehung zu den Verwandten nicht abkappen.”3 und dadurch die Wichtigkeit von Güte und Wohltaten betont, die sowohl im Diesseits als auch im Jenseits zu Belohnungen führen werden.

Geehrte Muslime!

Wir sollten nicht vergessen, dass wir gegenüber unseren Müttern und Vätern nicht nur während ihres Lebens, sondern auch nach ihrem Leben Aufgaben und Verantwortungen haben. Schließlich antwortete unser Prophet auf die Frage: “O Gesandter Allahs! Gibt es eine Wohltat, die ich gegenüber meiner Mutter und meinem Vater machen kann nachdem sie verstorben sind?” indem der edle Gesandte sagte: “Ja, du formulierst Bittgebete für sie und bittest um die Vergebung ihrer Sünden; du erfüllst ihre Testamente; kümmerst dich um ihre Verwandten und verhältst dich gütig gegenüber ihren Freunden.”4

Verehrte Muslime!

Mütter und Väter sind keine Personen, die nur an bestimmten Tagen im Jahr geliebt  und zu den übrigen Zeiten vernachlässigt werden dürfen. Sie sind erhabene Menschen, die es verdienen, dass sie ein Leben lang geliebt und respektiert werden und dass ihnen gedient wird und dass sie hochgeachtet werden. Wir dürfen aufgrund der weltlichen Hektik unsere Mütter und Väter nicht vernachlässigen, damit sowohl unser Diesseits als auch unser Jenseits an Wert gewinnen.

Ich möchte meine Predigt mit einem schönen Bittgebet beenden: O Allah, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen an dem Tag, da die Abrechnung stattfinden wird. Lass uns von Deinen Dienern sein, die das Wohlwollen unserer Mütter und Väter erlangen und dadurch ins Paradies eintreten können! Amin...

 

Hacı Mahmut PEKER
Religionsbeauftragter DITIB Moschee München

 

1 at-Tirmidhi, Birr, 3  
2 Koran, al-Isra, 17/23                              
3 at-Tergib wa’t-Terhib Bd.3 s. 317                           
4 Abu Dawud, Adab, 20

 

 

2017-08-04    


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