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Die Ehe und die Eheschließung
بِسْمِ اللهِ الْرَحْمنِ الْرَحِيِم
وأنكِحُواْ ٱلأيَمى مِنْكُمْ وَٱلْصَّلِحِينَ مِنْ عِبادِكُمْ وَإمَآ ئِكُمۚ إنْ يَكُونواْ فُقَرَآءَ يُغْنِهِمُ اللهُ مِنْ فضْلِهِۗ وَ اللهُ وٰسعٌ عَلِيمٌ
َBismillahirrahmanirrahim
[Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen]
“Verheiratet die Ledigen unter euch, sowie die hierfür tauglichen Diener und Sklaven. Wenn diese (zu) arm (hierfür) sind, wird Allah ihnen mit Seiner Gnade helfen. Allah ist weit reichend und alles wissend.“
[Sure Nur, Vers 32]
Verehrte Muslime,
der Islam legt sehr viel Wert auf die Institution Familie, die uns allen ein erster Hort der Erziehung und zugleich der Grundpfeiler der Gesellschaft ist. Er empfiehlt daher den Muslimen die Eheschließung und die Gründung einer Familie, um für den Fortbestand der Generationen und für Ausgewogenheit in der Gesellschaft zu sorgen.
Durch die Eheschließung entsteht zwischen dem Mann und der Frau ein starkes und dauerhaftes Band. In unserer Religion kann für den Fortbestand des Geschlechts nur gesorgt werden im Rahmen einer (amtlich) getrauten Ehe. Denn erst mit dieser Trauung gilt die Familie als gegründet. Die Trauung ist eine Ernst zu nehmende Einrichtung und sollte nach sich ziehen Verantwortung auf religiöser, juristischer, moralischer und sozialer Ebene, sowie Beständigkeit. So heißt es in einem Hadis unseres Propheten: “Die Trauung gehört zu meiner Sunna und wer meine Sunna nicht befolgt, ist nicht von mir.” [1] Aus diesem Grund ist es nicht vorstellbar, dass ein Muslim die Ehe nicht Ernst nimmt oder gar eine außereheliche Beziehung bevorzugt, in der die Paare nicht getraut sind. Nach islamischem Verständnis sind nicht nur außereheliche Beziehungen verboten, sondern auch (religiöse) Trauungen, die unter irgend einem Vorwand von vorne herein nur für eine bestimmte und begrenzte Zeit vorgenommen werden. Heutzutage muss, um eine Ehe als gültig zu erachten, auch eine amtliche Trauung vorliegen. Ansonsten drohen Probleme und Schäden, die wieder ausszugleichen nur schwer möglich sind.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, dass die Menschen manchmal die Heirat wegen finanzieller Notstände o.ä. Gründe aufschieben oder gar ganz abschreiben können. Dies ist eine Haltung, die wir aus religiöser Sicht nicht gut heißen können. So verlangt der Koran von uns, dass wir unsere Ledigen und heiratsfähigen unter uns verheiraten sollen. Und sollten diese aus materieller Not nicht heiraten, so teilt uns Allah im Koran ebenfalls mit, wird Er sie versorgen. [2]
Verehrte Brüder und Schwestern,
ihr dürft nicht vergessen, dass die Ehe ein sicherer Hafen ist in der rauhen See, eine Gabe und Gnade für die Menschen, die sie vor ihren Trieben und vor den sonstigen Gefahren schützt. Ein harmonisches Familienleben ist für den Menschen eine Quelle des Glücks, ein Rosengarten, in dem die Menschen gedeihen und es ist der Duft eben dieser Rosen, den sie hier einatmen.
Verehrte Gläubige,
der Mensch ist das perfekteste und vollkommenste aller Wesen. Denn er zeichnet sich aus, durch den Besitz von Werten, die sonst kein anderes Lebewesen sein eigen nennt. Dazu gehört, dass der Mensch, der “auf die schönste Art und Weise erschaffen wurde” [3], auf Keuschheit achtet, d.h. sich fern hält von Handlungen, mit denen er gegen das religiöse und moralische Gebot der moralischen Reinheit und der Ehrenhaftigkeit verstößt. Und Keuschheit und Anstand wird nicht nur verlangt von Frauen. Vielmehr sind dies Werte, zu denen sich sowohl Frauen als auch Männer verpflichtet fühlen müssen. Genauso, wie heiratswillige Männer Ausschau halten nach ehrenhaften und keuschen Frauen, beanspruchen auch Frauen dieses Recht für sich. Mit anderen Worten, es ist sowohl das Recht des Mannes, als auch der Frau, nach Ehepartnern Ausschau zu halten, die dieses Kriterium erfüllen.
Ein Muslim sollte den Befehlen seines Herrn und Schöpfers folgen, sowie dem Brauch, der Sunna seines Propheten und derart die Würde der Institution “Familie” schützen und für den Fortbestand der Menschheit sorgen. Einen anderen Weg, um für diesen, sowie für Frieden und Eintracht unter den Menschen zu sorgen, gibt es nicht.
[1] İbn Mace, Nikâh, 1.
[2] Nur, 32.
[3] Tin, 4.
Dr. İlhami Ayrancı
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